Am 29. September 2026 war ich bei den OMAS GEGEN RECHTS in Wandlitz, eine knappe Stunde nördlich von Berlin. Wandlitz besteht aus neun Ortsteilen mit gut 24.000 Einwohner*innen, liegt wunderschön zwischen Wäldern und Seen, hat aber keinen richtigen Ortskern. Berühmt ist der Name bis heute durch die Waldsiedlung, in der das SED-Politbüro wohnte. Die Menschen hier sind bunt gemischt: Zugezogene aus Berlin und dem Westen, alteingesessene Familien, frühere SED-Kader und Migrant*innen, die sich etabliert haben, etwa an der Supermarktkasse oder mit einer eigenen Reinigungsfirma. In manchen Dörfern der Gemeinde wählt die Hälfte AfD.
Wie zermürbt der Ort manchmal wirkt, erzählt die Geschichte seines Sees. Nach der Wende ging der Wandlitzer See in Privatbesitz, der heutige Eigentümer, ein Anwalt aus Düsseldorf, kaufte ihn einst für rund 400.000 Euro. Nun will er 180 Hektar Wasserfläche an die Gemeinde verkaufen, zunächst für 2,7 Millionen, inzwischen für 1,1 Millionen Euro. Die lukrativen Uferflächen behält er. Ob die Bürger*innen darüber abstimmen dürfen, ist noch offen.
Die OMAS GEGEN RECHTS Wandlitz gibt es seit Februar 2024. Heute sind sie zehn bis elf, darunter zwei Opas. Einmal im Monat stehen sie vor dem Rathaus und dem Gemeindeamt. Normalerweise bauen sie dort eine große Brandmauer aus Schildern auf, darauf steht, wofür die OMAS eintreten und wogegen sie sich stellen. Denn darauf legen sie Wert: „Wir sind zwar die OMAS GEGEN RECHTS, aber wir sind auch ganz, ganz viel für.“Es kamen erstaunlich viele Menschen vorbei, von Senior*innen bis zu Schüler*innen. Es ergaben sich Gespräche, Flyer wurden mitgenommen, und die berühmten OMA-Kekse öffneten wie immer die Tür.
Die nächsten Termine stehen schon: eine Menschenkette am 3. Oktober und ein Gedenken am 9. November – von den OMAS angemeldet haben. Dass an einem Montag auch die Montagsspaziergänger*innen unterwegs sind, nehmen sie gelassen. Dann müssen die eben auf die andere Staßenseite.
In Wandlitz stehen die OMAS nicht in einer anonymen Großstadtmenge. Hier kennt man sich, und genau das macht ihre Beharrlichkeit so bemerkenswert.