Am 3. Oktober 2026, dem Tag der Deutschen Einheit, waren Anna und ich vor dem Bundeskanzleramt bei der Aktion Es brennt. Um 12 Uhr reichten sich überall im Land Menschen die Hände, symbolisch verbunden zu einer Kette vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Kanzleramt in Berlin. Hinter dem Aufruf stehen mehr als hundert Organisationen, von Umweltverbänden über Kirchengemeinden bis zu zahlreichen Gruppen der OMAS GEGEN RECHTS. Auch die OMAS in Wandlitz hatten in ihrem Ort eine eigene Menschenkette angemeldet.

Der Anlass ist bitter. Die Veranstalter*innen zählen für 2026 bereits 16.300 Hitzetote in Deutschland, Brände bedrohten Ortschaften, der Rhein sank auf einen historischen Tiefststand. Gefordert wird, das Grundgesetz konsequent einzuhalten, unsere Lebensgrundlagen zu schützen, das Wohl aller vor den Profit weniger zu stellen, erneuerbaren Energien Vorrang zu geben und bei Mobilität, Ernährung und Wohnen endlich umzusteuern. Klimaschutz und Demokratie gehören dabei zusammen, denn wer den Klimawandel leugnet, steht politisch oft auch ganz rechts.
In Berlin haben die Omas for Future die Veranstaltung mitgetragen. Sie hielten Reden und stellten die Ordner*innen. Um 12 Uhr wurde es still vor dem Kanzleramt, eine gemeinsame Schweigeminute im Gedenken an die Hitzetoten. Wir haben gesungen, und dann hielten alle ein weißes Blatt Papier in die Höhe. Ein leeres Blatt als Zeichen für das, was die Politik bisher schuldig geblieben ist. Auf diese Blätter wurde anschließend ein Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz geschrieben. Zum Abschluss sprach die Klimaaktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future, gemeinsam mit den Omas for Future und weiteren Redner*innen.
Ein leises, aber eindringliches Bild: Viele Menschen, Hand in Hand, mit weißem Papier vor dem Kanzleramt. Es brennt, und wir stehen auf.