Am Samstag, den 12. September 2026, eine Woche vor der Berlin-Wahl, fand in Berlin die Sterndemo statt, unter dem Motto „Zeit, dass sich was dreht“. Sieben Demozüge liefen sternförmig aus der ganzen Stadt zum Roten Rathaus zusammen, mehr als 80 Organisationen und Initiativen waren beteiligt. Die Polizei zählte rund 18.000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 32.000, am Roten Rathaus selbst wurde von der Bühne aus sogar eine Zahl von rund 38.000 genannt, solche Differenzen zwischen Polizei-, Veranstalter- und Bühnenangaben sind bei Großdemonstrationen keine Seltenheit.
Meine Freundin Anna, selbst Fotografin, und ich haben die OMAS an diesem Tag begleitet und fotografisch festgehalten. Einer der Demozüge kam zunächst an der Kreuzung Friedrichstraße vorbei, wo Franziska mit ihrer Trommelgruppe in neuen T-Shirts stand und laut und kraftvoll gegen rechts trommelte. Von dort ging es weiter zur Neuen Wache Unter den Linden, wo die OMAS GEGEN RECHTS von 13:30 bis 15:15 Uhr ihre eigene Kundgebung abhielten, unter dem Motto „Schutz der Demokratie und Menschenrechte, klare Kante gegen Rechts!“, mit Reden, Musikbeiträgen und gemeinsamem Singen. Aufgetreten ist dort das Rap-Duo Global Origins, ein Berliner Projekt um den MC Selim Toth, seit 2020 aktiv, das auf Deutsch und Spanisch gegen Rassismus rappt, ihr Oma-Shoutout hatte echt Wumms. Anschließend schlossen sich die OMAS dem Demozug zum Roten Rathaus an.
Am Roten Rathaus fand ab 16 Uhr die Abschlusskundgebung statt, mit zahlreichen Redebeiträgen und Musik-Acts bis etwa 17:30 Uhr. Katja Karger vom DGB Berlin-Brandenburg sprach, Luisa Neubauer spielte mit einer Band Schlagzeug und coverte Songs gegen rechts, und der queere Popsänger Leopold trat mit seinem Song „Love is no Utopia“ auf. Auch Angelika von der OMAS-GEGEN-RECHTS-Ortsgruppe Mitte hielt dort eine Rede. Auch die rechten Streamerinnen waren wieder da, die wir schon aus Charlottenburg kannten. Ein als Krokodil verkleideter Demo-Teilnehmer verhinderte diesmal, dass sie ungestört filmen konnten, immer wieder hielt er ihnen seine Antifa-Flagge vor die Kamera. Bis in den Abend wurde anschließend bei einem Abschluss-Rave weitergefeiert.