„Oma bitte kommen“

So hieß eine Zeichentrickserie meiner Kindheit. Wann immer jemand in Not war, wurde die Oma gerufen — und sie kam. Im Zeppelin, mit Katze, mit Monokel. Kreativ, unerschrocken, mit einer Lösung für alles.
Die OMAs GEGEN RECHTS rufen sich selbst.
Ich bin Corinna, Fotografin aus Graz — und seit einiger Zeit bin ich unterwegs. Durch Österreich, durch Deutschland, durch Europa. Überall treffe ich aktive Omas. Und sie kommen. Nicht weil jemand sie bittet — sondern weil sie sehen, was gerade passiert. Weil sie nicht wegschauen wollen. Mit Trommeln und Töpfen, mit Transparenten, in Chören. Bei wilder Akrobatik, in stillem Schweigen vor Parlamenten. Laut, bunt, manchmal leise — aber da und anwesend. Weil es gerade jetzt jemanden braucht, der aufsteht. Der erinnert. Der laut ist, wenn andere schweigen.Der erinnert.
Denn rechtsextreme Bewegungen und Parteien gewinnen in Europa an Boden. Demokratische Grundrechte werden in Frage gestellt, Minderheiten angegriffen, das Erinnern politisch bekämpft. Die OMAs GEGEN RECHTS — entstanden 2017 in Österreich, heute in vielen Ländern aktiv — stellen sich diesem Zeitgeist entgegen. Aus ihrer Geschichte, ihrer Erfahrung, ihrer Wachheit heraus.
„Was hat dich zu einer Oma gegen Rechts gemacht?“
Das ist die Frage, die mich interessiert. Nicht die Organisation, sondern der Mensch dahinter. Die Frau, die irgendwann nicht mehr wegschauen wollte. Ich begleite sie auf der Straße, bei Aktionen und Demonstrationen. Und wenn sie es möchte, besuche ich sie zuhause — für ein Einzelporträt in ihrer eigenen Welt, ein Gespräch, ein Interview.
Die Omas sind so verschieden wie die Städte und Länder, in denen sie aktiv geworden sind. Genau das macht sie so stark.
Bist du eine Oma gegen Rechts — oder kennst du eine? Ich würde mich freuen, dich zu porträtieren. Melde dich gerne : co(at)micori.de